Whispered - Metsutan - Songs of the Void

Mittwoch, 22. Juni 2016

Whispered 
Metsutan - Songs of the Void
Redhouse
10 Titel • ca 55min


Alter Falter, wenn ihr mich fragt haben die Finnen mächtig einen an der Klatsche. Und das meine ich nur im positivsten aller Sinne. Was Whispered hier zelebrieren lässt mich 55 Minuten lang wie ein besengter durchs Zimmer springen und dabei Pentagramme in die Luft schlagen. Brennende! Ohne Scheiß, Klischee hin oder her, aber die Finnen sind ungeschlagene Weltmeister was Folk,-Melo,-Death Metal angeht und Whispered zementieren diesen Status nicht nur, sie bauen ihn weiter aus. Wer hier irgendwas neues sucht, der möge bitte weiter gehen, wer aber Bock auf Folkdeath der heftigeren, zu Teilen fast schon Symphonic Black Metal artigen, Sorte hat, wird in dieser Platte sein Highlight des Jahres finden. Achja, etwas neues gibts doch: Statt sich inhaltlich nordisch-keltischen Themen zu widmen, ist es bei Whispered die japanische Folklore die dran glauben muß. Fernöstliche Melodien und bisweilen auch Instrumentierungen bilden hier also den Grundstein, auf den die Jungs ihr dann doch recht typisch-finnisches Gedudel zimmern. Das Album macht einfach nur Spaß und ist dabei doch so richtig fies vorgetragen. Wer schon bei Ensiferum, Kalmah oder Wintersun mit der Zunge schnalzt, wird sich diese bei Whispered vor Freude schlichtweg abbeißen, denn so ausgelutscht das Genre auch scheint, Whispered setzen nochmal einen drauf und. Geil.

Thulnar - Nightfall in Theros

Samstag, 18. Juni 2016

Thulnar
Nightfall in Theros
Eigenproduktion
3 Titel • ca 16 min


Fantasy Kram. Und dann auch noch ausgerechnet aus Italien. Wer das ganze schwülstige Zeug kennt, das unter diesem Banner gelegentlich aus dem Land des Stiefels über die Alpen schwappt, wird vielleicht schon abwinken. DOCH HALT! Thulnar sind weit weg vom Rhapsody-Drachen-Singsang, sondern sind eher im Bereich smyphonischen Black Metal anzusiedeln. Ich persönlich würde es auch auf einen Vaterschaftsstest mit diversen finnischer Folk-Death Metal Kombos nicht ankommen lassen. Leider hat der Silberling  nur 3 Songs, was schade ist, denn die Mucke weiß durchaus zu gefallen und ich hätte schon gern gewusst, ob die Burschen auch über eine längere Spielzeit in der Lage sind dieses Niveau zu halten. Is ja gut möglich das diese drei Songs das einzige sind was die Jungs seit ihrem letzten Output (immerhin von 2007) auf die Beine gestellt bekommen. Ändert aber nichts an drei guten Songs. Da sich hierfür kaum der Kauf der CD bei amazon oder sonstwo für utopische Preise lohnt, halte ich den Bandcamp Account für den besten Anlaufort. Dort gibts das Ganze für 3 Euro, die man ruhig mal investieren kann. Schließlich wird auch der Aufenthalt im Kohlekeller Studio etwas gekostet haben, und so kann man der Band auf direktem Wege was zukommen lassen.
https://thulnar.bandcamp.com/releases

Architects - All Our Gods Have Abandoned Us

Freitag, 17. Juni 2016

Architects
All Our Gods Have Abandoned Us
Epitaph
11 Titel • ca 46 min


Architects stehen an dieser Stelle für eine große Masse an Metalcore Bands, die mir mehr und mehr abgehen. Und dabei gibts durchaus Alben dieses Genres die ich mit Entzücken höre, auch wenn das für einen Metaller und erst recht einen Puristen untrue ist. Aber z.B. Calibans "The Opposite From Within" und ein Großteil der Heaven Shall Burn Discographie sowieso höre ich dennoch oft und gern. Architects sind aber stellvertretend für ein Genre, das sich irgendwie im Laufe der Zeit totgelaufen hat und nach über 10 Jahren nur noch langweilt. Die Zeitlosigkeit der ersten Thrash Metal Welle oder der frühen Death Metal Platten Anfang der Neunziger ist unbestreitbar. Und bei mehr als 20-25 Jahren auf dem Buckel gibts in diesen Genres immer noch neue Veröffentlichungen die mich begeistern können, ohne dabei selbiges neu erfinden zu müssen. Im Metalcore hat aber irgendwann Stagnation eingesetzt. Okay, jetzt haben wir es bei Architects schon fast mit einer poppigen Ausprägung zu tun. Aber es ist nicht der "Pop" der mich stört, es ist vielmehr diese Art von Pseudo-Härte und Agressivität, die in dieser Art aalglatter und aufgeblasener Produktionen jegliche Authentizität vermissen lässt. Dazu kommt, das aktuelle Alben und Bands dieser Art nahezu komplett austauschbar sind. Kennt man eins, kennt man alle. Klar hantieren Architects nicht mit 0815 Riffs, sondern haben schon ein ausgefeiltes Songwriting mit bisweilen coolen Parts. Aber das Ganze ist und bleibt am Ende dennoch ein Silberling unter vielen, ewig gleich klingenden. So als würde man jeden Tag die gleiche Suppe immer und immer wieder warmgemacht vorgesetzt bekommen. Wer will das schon.